Philosophischer Salon

Philosophie besteht nicht nur in trockener Denkarbeit, sondern Erleben und Stimmung sind ebenso wichtig, deshalb bietet der philosophische Salon eine persönliche Begegnung im kleinen Kreis, wo ernsthaft und zugleich genussvoll in stimmiger Atmosphäre philosophiert wird. Die Teilnehmer erwartet – neben der geistigen Auseinandersetzung mit einem angekündigten Thema – ein feines Buffet.

Die Gesprächsgruppe im philosophischen Salon widmet sich einem Thema jeweils drei Abende, wodurch eine vertiefte Auseinandersetzung möglich ist und ein vertrauter Umgang untereinander entstehen kann. Es geht nicht nur darum, auf der Sachebene etwas Neues zu erfahren bzw. einen Zusammenhang zu verstehen, sondern auch in persönlicher Hinsicht etwas über sich selbst zu erfahren und interessante Menschen kennen zu lernen.  

Der Philosophische Salon findet viermal im Jahr statt, wobei ein Thema  über drei Abende fortlaufend vertieft wird. Eine Anmeldung gilt für alle drei Abende. Eine philosophische Vorbildung ist nicht erforderlich.

Nächste Veranstaltungen:

Februar/März 2018: Wie ist Vertrauen möglich?

Ohne Vertrauen könnte der Mensch morgens sein Bett nicht verlassen (N. Luhmann), es ist also grundlegend für unser Leben: in der Beziehung zu sich selbst, zu den Mitmenschen wie auch zur Welt. Vertrauen erlaubt erst, dass Menschen handlungs- und beziehungsfähig sind. Es baut auf positive Erwartungen und rechnet doch mit Verletzung und Ungewissheit. Vertrauen ist ständig gefährdet, und man kann es leicht verlieren. Obschon alltäglich und selbstverständlich, ist es schwer zu verstehen: Ist Vertrauen eine Frage rationaler Entscheidung? Kann man es wollen oder wünschen? Baut es auf Gewohnheiten und Routinen auf oder beruht es auf persönlicher Erfahrung? Leben wir heute angesichts ökonomischer, ökologischer oder politischer Krisen  (z.B. Terror, Migration) in einer Zeit schwindenden Vertrauens?

Termine: Dienstag 27.02.18 / Dienstag 13.03.18 / Dienstag 27.03.18

Zeit: 19.00-21.30 Uhr

Kosten (inkl. Konsumation): CHF 150.- pro Person für alle drei Abende.

Juni/Juli 2018: Der Herr und der Knecht in uns – Über den schwierigen Umgang mit Autorität

 Autorität verbinden wir mit der Idee von Stärke. Sie begegnet uns in familiären, beruflichen und gesellschaftlichen Lebensbereichen und bedeutet ein komplexes Zusammenspiel von Unterordnung und Autonomie. Oft steht dabei die Frage nach der Legitimität im Vordergrund: Wem schreiben wir aufgrund welcher Kriterien Autorität zu? Was halten wir für eine gute Form der Autorität? Ein anderer Aspekt betrifft aber die Frage, was die Autoritätsbeziehung mit der sich unterordnenden Person macht. Wie kann sie ihre Eigenständigkeit trotz Gehorsam wahren? Hat sie von sich aus ein Bedürfnis, sich der Autorität unterzuordnen? In welcher Form tut sie das? Selbst Ablehnung und Widerstand bleiben oft in verhängnisvoller Weise mit den negierten Autoritäten verbunden. Was also sind erfolgreiche Befreiungs- und Bewältigungsversuche? In diesem Zusammenhang bieten Hegels Ausführungen zum dialektischen Verhältnis von Herr und Knecht in der "Phä­nome­no­logie des Geistes" interessante Anregungen.

Termine: Dienstag 05.06.18 / Dienstag 19.06.18 / Dienstag 03.07.18

Zeit: 19.00-21.30 Uhr

Kosten (inkl. Konsumation): CHF 150.- pro Person für alle drei Abende.

Sie können sich per Mail, telefonisch oder mit unten stehendem Formular anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

August/September 2018: Vergessen und Erinnern

Wie ist es für eine Person überhaupt möglich, zu bemerken, dass sie etwas vergessen hat? Wenn das Vergessene wirklich vergessen wäre, liesse es sich gar nicht fassen. Wer bemerkt, dass er etwas vergessen hat, hat es bereits eingekreist und vergegenwärtigt, also erinnert. Es bleibt vielleicht eine Lücke – z.B. der Name einer Person, den ich vergessen habe – aber diese Lücke ist nicht einfach leer, sondern lässt sich durch eine reflexive Erinnerungsarbeit in der Regel so eingrenzen, dass ich zumindest die Richtigkeit des Namens, wenn er mir genannt wird, sofort bestätigen kann. Die Erfahrung des Vergessens scheint also selbst ein Akt der Erinnerung zu sein. Umgekehrt gilt, dass wer sich an etwas erinnert, anderes ausblendet. Weil Erinnern selektiv ist, vergisst es das Nicht-Erinnerte und grenzt es aus. So scheinen Vergessen und Erinnern in einer komplexen Weise miteinander verbunden zu sein. Was bedeutet nun unser Fähigkeit zu erinnern und zu vergessen einerseits für unser Selbstbild und unsere Identität, andererseits für unser Zusammenleben? Was soll man wie vergessen oder erinnern? Was ist ein gutes und richtiges Erinnern? Gibt es ein Recht auf Vergessen?    

Termine: Dienstag 28.08.18 / Dienstag 11.09.18 / Dienstag 25.09.18

Zeit: 19.00-21.30 Uhr

Kosten (inkl. Konsumation): CHF 150.- pro Person für alle drei Abende.

Sie können sich per Mail, telefonisch oder mit unten stehendem Formular anmelden:

Hinweis: Bitte die mit * gekennzeichneten Felder ausfüllen.

November/Dezember 2018: Das richtige Mass: Ist weniger mehr?

Immer mehr – immer besser: Dies scheint die Grundmaxime unsrer Zeit zu sein, sowohl gesellschaftlich wie privat. Dabei leiden wir zunehmend an Formen des Zuviel (Stress, Konsum, Information, Verkehr, Klimawandel, Energie). Selbst das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung und Autonomie schlägt leicht um in eine mit technischen Instrumenten unterstützte Selbstoptimierung. Diese Vermessung des eigenen Selbst dient dann eher der Leistungssteigerung als der massvollen Sorge um sich. Müssen wir die eigenen Ansprüche überdenken, begrenzen, revidieren? Worauf beruht die Kunst der Mässigung in der heutigen Zeit? Das richtige Mass zu finden, scheint eine elementare, aber auch sehr schwierig Aufgabe zu sein.    

Termine: Dienstag 06.11.18 / Dienstag 20.11.18 / Dienstag 04.12.18

Zeit: 19.00-21.30 Uhr

Kosten (inkl. Konsumation): CHF 150.- pro Person für alle drei Abende.

Sie können sich per Mail, telefonisch oder mit unten stehendem Formular anmelden:

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Bisherige Themen:

Juni/Juli 2017: Verzeihen

August/September 2017: Was schulden Kinder ihren Eltern?

November/Dezember 2017: Das richtige Mass: Ist weniger mehr?